Videospiele – Mein Leben – Oder: Wie alles angefangen hat…

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Mein erster Kontakt mit einem Videospiel muss mit ca 5 Jahren gewesen sein. So auch bei uns. Ich kann mich noch gut an die erste Atari Konsole erinnern. Sie war mit einem Holz Imitat verkleidet was dem Stil der 70er und 80er typisch ist. Ich weiß zwar nicht mehr viel aus diesem Jahr aber dennoch kann ich mich an einige Situationen erinnern, in der mein Vater „Spider-Man“ auf dem Atari gespielt hat. Mit Sicherheit war dies auch der Zeitpunkt wo sich entscheiden sollte das ich Spider-Man als Comic Figur verehre. Obwohl ich die Comics nie gelesen hatte bis dahin, so faszinierte mich das Spiel für den Atari, ganz zu Schweigen von den Zeichentrick Serien aus dem Fernsehen die mal auf RTL liefen als ich dann älter wurde.

 

Ab diesem Tage an war mein Schicksal bereits besiegelt und ein Fluch belegte meine Sinne. Im Laufe der Jahre weihte mein Vater mich in die Welt der Computer ein. Natürlich wurde nicht gebüffelt wie ein Musterschüler in der Vorlesung. Nein, alles wurde durch Spiel und Spaß langsam aber sicher gelernt. Nicht das ihr meint ich wäre mit einem Joystick in der Hand auf die Welt gekommen… nein, ich hab mich auch Nachmittags auf Spielplätzen ausgetobt und habe wie jeder andere anständige Junge viel Spielplatz Sand mit nach Hause gebracht. 😉 Aber nach der Grundschule klarte sich meine Situation auf und ich saß öfter Nachmittags an der Konsole als an meinen Hausaufgaben. Es hat mir nicht geschadet das ich in die Szene rein gewachsen bin. Informatik war in der Schule für mich nur bedingt interessant. Das erste mal benutzte ich einen PC in der Schule, wir kannten ja nur den Amiga 😉 . Aber große Schwierigkeiten bereitete es mir keine. Schnell hatte ich mich an die Maschine gewöhnt. Als eingefleischter Amiganer war es allerdings schon ein seltsames Gefühl.

 

1988 schenkten mir meine Eltern zu Weihnachten einen Commodore 64. Ich erinnere mich noch als wäre es erst gestern gewesen.  Als ich ins Wohnzimmer kam, lief auf unserem Fernseher Buggy Boy. Ich wusste natürlich was auf mich zukam, denn woher sollte sonst dieses vertraute Fernsehbild herkommen? Auf dem Boden stand etwas mit einer Decke zugedeckt damit ich nicht sehen konnte was sich darunter verbirgt.  Immer noch war ich gespannt denn irgendwie war ich mir immer noch nicht so sicher. Mein Vater nahm die Decke weg und erlöste mich von meinen Qualen. Mein neuer Spielgefährte hat mir viel Spaß ins Zimmer geholt. Das war die Zeit, wo mein Vater den ersten Amiga 500 bekam und ich deshalb seinen C64.

1991 bekam ich dann seinen Amiga 500 mit allem was das Herz begehrte. Auch ihn lies ich nicht ruhen und zockte Spiele Highlights wie Turrican und Monkey Island. Mein Vater setzte dem Amiga Glück aber noch eines drauf: Er kaufte sich einen Amiga 4000/30! Dieser Desktop Computer war zu seiner Zeit einer der besten Commodore Computer. Ausgerüstet war unser 4000er mit knapp 30 Megahertz und Coprozessor Unterstützung und 16MB Fast Ram. Eine 500 MB Festplatte sorgte dafür das der Amiga sehr vielseitig wurde. Ein CD Rom Laufwerk kam auch noch dazu.

1992. Wie das ja so ist, kann man ja nicht die Finger von dem lassen was eigentlich meinem Vater gehört. Aber die Neugierde war soooo groß, wo der Rechner doch so wahnsinnig viel mehr konnte als mein Amiga 500. Und wenn mein Vater dann auf Spätschicht war und ich kam aus der Schule, konnte ich nicht anders als den Kasten anzuschmeißen. Ich fand das Programm Deluxe Paint 4 und ich entdeckte meine Kreative Ader und zeichnete mit meinem besten Freund Stefan (ohne ihn wäre meine Kindheit auch sehr langweilig gewesen) eine Animation nach der anderen! Spaß ohne Ende sozusagen! Ja es war eine schöne Zeit an die ich mich gerne erinnere.

1993 besuchten mein Vater und ich die Amiga Messe in Köln. „World of Commodore“ war sozusagen das schönste Erlebnis in meiner Kindheit. Etwas geileres gibt es einfach nicht. Man ist mittendrin! Und wenn man dann noch ein Autogramm von Chris Hülsbeck dort bekommt ist der Tag quasi perfekt! Wie schön das ich wenigstens noch dieses Autogramm habe denn so kann ich mich immer wieder an die Messe erinnern.

1994 waren wir dann auf der 2. Amiga Messe in Köln. An diesem Tag war auch mein Bruder mit dabei. Ich erinnere mich noch gut an den Messe Stand der von Maxon Computer aufgestellt war. Dort wurde ein Grafikprogramm vorgestellt welches 3D Grafiken anhand von Polygonen und Modellen errechnete.  Ich spreche hier von Maxon Cinema 4D dem ersten Raytracing Programm was auch für Menschen mit kleinem Geldbeutel erschwinglich wurde. Dieses Programm wird heute (2010) immer noch für den PC programmiert und geht in den Profi Bereich ein. Da mein Vater wusste wie gern ich Animationen kreierte, (ich hatte ja schon die erste Version des Programms zuhause) machte er es mir möglich dieses Programm zu kaufen. Der 4000er allerdings, wurde mit diesem Programm das erste mal so richtig gefordert. Denn für manche Berechnungen lief der Computer rund um die Uhr mehrere Tage lang. Dafür hatte man aber ein sehr gutes Ergebnis! Der Animationsteil von Cinema 4D machte es möglich Kamerafahrten zu berechnen. Der Fantasie war dabei keine Grenzen gesetzt.

Eine weitere schöne Erinnerung an die Messe von 1994 war, der riesen Messestand von Commodore, als sie ihren Amiga CD³² präsentierten. Sehr viele Demonstrationsdisplays standen dort herum an denen die Leute die neue „Wunderkonsole“ ausprobieren konnten. Schließlich war der CD³² die erste Waschechte 32-Bit Spiele Konsole der Welt. Auf 2 riesigen Leinwänden wurde mit den Messebesuchern ein Wettbewerb ausgetragen. Der Moderator des Wettbewerbs warf einen Tennisball in die Menge. Derjenige der in gefangen hatte, durfte zu ihm aufs Podest steigen. Ein 2. Kandidat wurde auf die gleiche Weise ausgelost. Die riesen Leinwand zeigte ein uns schon längst vertrautes Bild, denn es war Pinball Fantasies mit dem Flipper Tisch „Partyland“. Nun galt es für die Teilnehmer innerhalb von 2 Minuten, 2 Millionen Punkte zu erreichen. Wer dies als erstes schaffte, war der Gewinner eines Amiga CD³². Wir gewannen ihn leider nicht, der Ball flog ja nicht mal in unsere Richtung, Aber wir konnten ihn ein Jahr später doch selbst unser eigen nennen.

Mein Vater kaufte mir auf der Messe 1994, sogar 4 Megabyte Speichererweiterung für ! 250 DM ! ( das ist meinem Vater heute noch einen Lacher Wert und zeigt sich selbst den Vogel das er für so viel Geld damals diesen Speicherriegel gekauft hat ) damit ich noch grössere Animationen errechnen konnte. So kamen wir dann zu unseren 16 MB gesamt Speicher. Und die brauchte ich auch wie sich in der nächsten Woche herausstellen sollte. Das Fachmagazin AMIGA schrieb einen Wettbewerb aus. Es ging darum mit einem Raytracing Programm wie Cinema 4D eine Animation zu machen. Wer die schönste machte gewann natürlich. Ich wollte unbedingt daran teilnehmen. Und so rechnete ich 2 Wochen lang an einer Star Wars Animation. Diese Animation baute ich aus Polygon Modellen die von der CD Rom „The Light Works“ von Tobias Richter stammte. Auf dieser CD befanden sich Objekte wie der Tie Fighter, X Wing oder Millenium Falcon. Natürlich verschickte ich die Animation auf über 20 Disketten verteilt an den Verlag. Nur leider habe ich nie herausgefunden ob sich die Redaktion meinen Film überhaupt angesehen hat. Das war natürlich sehr enttäuschend da ich noch nicht mal namentlich in der Zeitschrift erwähnt wurde. Naja ich war 13 und sicher kein Profi was die Nutzung des Programms anging. Natürlich war es klar das sie, wenn überhaupt, die schlechteste Einsendung war die der Verlag vermutlich bekommen hatte 😀 Aber im Nachhinein muss ich sagen, das es mir nicht geschadet hat diese Animation gemacht zu haben. Viel habe ich dadurch gelernt…

Mit der Zeit wurde das AMIGA Magazin immer dünner und Commodore meldete Konkurs an. Im ersten Moment hatte mich das nicht gestört weil wir ja noch unseren A4000 hatten. Ich wiegte mich also in Sicherheit. Nur was ich nicht wusste war, dass mein Vater den Amiga 4000 bald verkaufen würde. Somit war der Abschied von meiner „Freundin“ nur sehr kurz. Naja ich hab mich eigentlich gar nicht verabschiedet, weil auf einmal war der Rechner nicht mehr da als ich nachmittags von der Schule nach Hause kam. Alles was auf der Festplatte gespeichert war, alles WEG! Nichts mehr übrig. Auch sonst war alles was irgendwie noch mit Commodore Computer zu tun hatte nicht mehr da. Mein Vater begründete den Verkauf des Rechners mit: „Wenn Commodore Pleite ist , bekommen wir auch keine Ersatzteile mehr für den Computer…“ Plötzlich merkte ich doch das der Konkurs von Commodore viel schlimmer war als ich es erst empfand. Mein Vater wollte sein liebstes Hobby damals sogar an den Nagel hängen. Einen IBM PC wollte er nämlich keinen anschaffen. Aber man merkte ihm schon an das ihm sein Amiga fehlte und er benahm sich von nun an wie ein trotziger Junge, dem man seinen Lutscher weg genommen hatte. Und dann hatten wir ein Jahr lang keinen Computer zuhause. Plötzlich sagte er: „Ich mag ja eigentlich keine Computer“ nur DAS habe ich ihm nie abgenommen…

1995 war es soweit. Wir konnten nicht ewig ohne Computer leben. Das ging einfach nicht. Mein Vater kaufte sich den ersten IBM PC von Peacock mit einer 120 MHZ Celeron CPU und Windows 95. Vieles war neu. Wir mussten quasi bei null wieder anfangen. Zumindest kannte man das Grundprinzip eines Computers. Wenn man das schon mal hat ist es wenigstens die halbe Miete. Lange habe ich gebraucht um mich an den neuen Rechner zu gewöhnen. Auch wenn die Workbench des Amigas nicht viel anders war als Windows. Irgendwie hatte ich den Eindruck als wolle mein Hirn mit der Situation einfach nicht klar kommen.

Viel habe ich mit dem Amiga System erlebt. Auch hätte ich ihn fast schon auf den Friedhof verbannt wenn ich nicht aufgepasst hätte… aber lest selbst:

Mein Amiga 500 brauchte damals ein neues Disketten Laufwerk weil ich wie ein Affe an einer verkanteten Diskette gezogen habe! Nach einer viertel Stunde hatte ich es dann doch mal endlich geschafft. Die Diskette kam nicht heraus weil das Metall vom Diskettenschutz leicht verbogen war und somit am Lesekopf des Laufwerks hängen geblieben war. Wie man sich vorstellen kann bootete danach keine einzige Diskette mehr und das schlimmste war das ich mich nicht traute es meinem Vater zu erzählen das ich was kaputt gemacht hatte. Mit 12 Jahren ist das auch noch nicht so einfach. 😀
Absolut übel war mein Crash am Amiga 4000. Mein Vater hatte eine Switchbox am Amiga um die Verbindung zwischen verschiedenen Geräten an und ab zu schalten. Und wenn ich den Amiga eingeschaltet hatte, und ich schaltete zwischen Port 1 und 2 stürzte der Amiga ab und bootete neu. Ich krauste nur meine Stirn und dachte: „Was soll das?“ Das ganze habe ich dreimal gemacht und danach hatte ich nur noch einen Schwarzen Bildschirm! Ich hatte es doch tatsächlich geschafft ein wichtiges Bauteil am Motherboard zu zerstören.. ( ich weiß nicht mehr was das war.) 6 Wochen lang waren wir nach diesem Crash ohne Amiga… bis das Commodore endlich mal ein neues Motherboard liefern konnte…

1990 begann für mich die Game Boy Zeit. Den Game Boy bekam ich in diesem Jahr von meinen Eltern zu Weihnachten. Man kann sich gar nicht vorstellen was für ein Gefühl das ist , wenn man vorher nichts anderes kannte außer den kleinen monotonen LCD Spielen die keine wechselbaren Module hatten. Die Grafik, die Musik, die auswechselbaren Spiele, spielbar auf ein und dem selben Bildschirm waren einfach unglaublich. Ich muß heutzutage feststellen das man dieses Funkeln und die Mystic um das ganze, nur sehr stark in der Kindheit empfindet. Ich bin zwar immer noch mit dem ganzen verschweißt und das wird sich auch nie ändern… aber das Geheimnisvolle etwas was man erlebt, wenn man als 10 Jähriger eine Technik Revolution durchlebt, habe ich heutzutage leider nicht mehr so intensiv… schade eigentlich.

Das und noch viele andere Erinnerungen sind Geschichten die ich nie vergessen werde. Sie haben mich geprägt. Wem ich das auch zu verdanken habe ist meinem Vater, der sehr stark mit daran beteiligt ist das die Webseite so ist wie sie ist. Er hat zwar nicht sonderlich entschieden was ich auf der Webseite zeige aber er hat mich inspiriert. Und auch jetzt noch wirft er ab und zu Vorschläge in den Raum wie ich es vielleicht anders machen könnte. Wenn er dieses Hobby nicht schon gehabt hätte als ich geboren wurde, hätte es sicher nicht so „eskaliert“ und diese Webseite wäre nie entstanden.

Mit ein Grund das diese Webseite entstanden ist, lag an dem abruppten Ende das ich mit dem Amiga 4000 Computer erleben musste. Für mich bedeutete dieses Gerät sehr viel. Nie habe ich meine „Freundin“ vergessen. Wenn ich hier den Platz in meiner Wohnung hätte würde ich mir sogar noch mal einen über Ebay zulegen. Aber solange muss mein Amiga 1200 seinen Platz einnehmen was auch ein guter Ersatz ist. 😉

Fast 5 Jahre hieß meine Webseite Apprentice – Videospiele aus einem besonderen Zeitalter, gewidmet einem meiner liebsten Amiga Spiele. Die Idee zu dieser Webseite hatte ich, weil ich das erlebte festhalten wollte. Die Webseite hatte ich auch eigentlich in erster Linie nicht für das Internet gemacht. ich habe die Page für mich gemacht um meine Erinnerungen und andere Geschehnisse festzuhalten. Ich freue mich natürlich über jeden der zu mir kommt und sich meine Seiten durchließt und danach sagt: „Ja! das war die Zeit von früher, war doch schön sie noch mal gesehen zu haben…“ das ist der eigentliche Aspekt der mich an dieser Seite interessiert. Ein Aspekt der mich zum weitermachen beflügelt. Aber auch mein Vater beflügelt mich in meinen Taten. Denn sobald ich sein Hobby Zimmer betrete komme ich mir vor wie im Paradies und die Glut lodert weiter auf, obwohl sie ja nie erlischt ist.

2006 habe ich die Seite umgetauft, habe dem Amiga Spiel „Apprentice“ sein eigenes Portal gebaut und den Part für die Videospiele ein separates Zuhause gegeben. Unter dem Namen www.Classic-Videogames.de soll ab jetzt meine Webseite zu erreichen sein und an die Zeit erinnern die mir besonders viel Spaß gemacht hat. Es freut mich das ihr euch mein Lebenswerk ansehen wollt. Und es würde mich freuen wenn ich gleichgesinnten meinen ständigen Fortschritt auf dieser Webseite präsentieren kann.