Der Morgen der Convention: Ruhe vor dem Pixel-Sturm, ungeduldige Frühaufsteher und Galaga im TATE-Modus
Nachdem wir am Vorabend die letzten Aufbauten finalisiert hatten, konnten wir am Morgen der Convention endlich tief durchatmen. Die Halle in Euskirchen war bereit. Ein Blick in den Innenraum zeigt die akkurat aufgestellten Tische und die bereits verlegten Kabelbäume. Es ist immer ein magischer Moment, wenn alles an seinem Platz steht, aber noch diese friedliche Stille herrscht.

Galaga-Spezial: Mobile Highscore-Jagd mit Pokalverleihung
Ganz besonders stolz waren wir auf unser Galaga-Setup! Wenn man genauer hinsieht, erkennt man unseren pfiffigen, mobilen Aufbau. Es war kein großer, schwerer Arcade-Automat, sondern eine clevere Kombination aus einem hochkant gestellten (TATE-Modus!) mobilen LCD-Bildschirm, der an eine Nintendo Switch angeschlossen war. Darauf lief Galaga aus der Namco Museum Collection.

Es hat uns einige Mühe gekostet, aber es lief tadellos! Und das war auch nötig, denn der Aufbau stand im Zentrum einer besonderen Aktion. Wir vergaben am Ende des Tages echte Pokale an die Sieger der Highscore-Jagd. Diese waren sogar mit dem ikonischen Galaga-Raumschiff-Symbol verziert – ein echter Hingucker! Aber auch Neko hat wieder ihre Künstlerische Ader mit einfliessen lassen und und zeichnete das Galaga Logo auf unser Highscore Board!

Neu an unserem Highscore Board sind die Magnetstreifen und Zahlen, die das verschieben der Namen und Zahlen deutlich vereinfachen!

Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: Das Buffet-Team hatte bereits ein beeindruckendes Imperium aus selbstgebackenen Kuchen und frisch gebrühten Kaffee aufgebaut, das nur darauf wartete, von hungrigen Gamern gestürmt zu werden.
Nach dem Aufbauen gönnen wir uns ein wohnverdientes Mahl. Guten Apettit!

Der frühe Vogel fängt den Pixel
Eigentlich war der offizielle Einlass für die Gäste erst für 11:00 Uhr geplant. Doch wer die Retro-Community kennt, weiß, dass Vorfreude die schönste Freude ist. Als wir draußen auf den noch leeren Parkplatz blickten, war es trügerisch ruhig. Denn schon um Punkt 10:00 Uhr – eine volle Stunde vor Öffnung! – unternahmen die ClaViCon-Urgesteine daddlertl und supergamer die ersten “Lagebesprechungen” vor unserer Tür. Die beiden konnten es kaum erwarten, dass sich die Pforten endlich öffneten 😉. Allerdings ist Daddlertl jedes Mal früh dran, da er einen langen Anfahrtsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Frankfurt auf sich nimmt.
Und dann geschah etwas Unerwartetes. Normalerweise läuft der Betrieb bei uns erst so richtig ab 12:00 Uhr an, wenn auch der letzte Langschläfer wach geworden ist. Doch diesmal war alles anders: Pünktlich um 11:00 Uhr füllte sich die Halle rasend schnell. Der Andrang war riesig und die Bude war von der ersten Minute an voll! Kaum drin, begannen auch schon die ersten Aufbauten. daddlertl sicherte sich direkt seinen Stammplatz und begann, seine C64-Systeme hochzufahren. Highlight an seinem Stand war wieder einmal seine beeindruckende Präsentation des “Dragon’s Lair”-Ports für den C64, der später noch für viel Staunen sorgen sollte.

Jäger, Sammler und echte Pappkarton-Schätze: Unser Flohmarkt
Was wäre ein Retro-Treffen ohne die Möglichkeit, ein bisschen durch alte Schätze zu wühlen? Direkt an der Fensterfront hatten wir wieder unseren beliebten Flohmarkt-Bereich eingerichtet. Hier galt das Prinzip: Von der Community, für die Community. Jeder konnte Hardware, Spiele oder Merch mitbringen, die ein neues Zuhause suchten.

Der Tisch füllte sich schnell mit einem bunten Mix: Von nützlicher Hardware über alte Joysticks (da blitzt doch glatt ein Competition Pro Karton hervor!) bis hin zu schicken Accessoires wie dem legendären Zelda-Hylia-Schild-Rucksack. Auf den Bildern sieht man genau das, was diesen Bereich so besonders macht: Es geht nicht nur ums Kaufen, sondern vor allem ums Fachsimpeln. Man nimmt ein altes Handbuch oder Magazin in die Hand, schwelgt gemeinsam in Erinnerungen und tauscht Anekdoten zu den Spielen aus.

Ein absoluter Blickfang waren dieses Jahr die grandiosen “Big Boxes” – also die klassischen, großen Pappkartons, in denen Software früher ausgeliefert wurde. Ein ordentlicher Stapel PC-Nostalgie mit Titeln wie Quake III Arena, Descent 3 und NHL 97 wartete dort auf neue Besitzer, garniert mit ein paar Konsolen-Hits wie Red Dead Redemption.
Ein Stück Software-Geschichte
Ein ganz besonderes Schmankerl haben wir auf den Fotos festgehalten: Eine fantastisch erhaltene Big Box von Deluxe Paint III (von Electronic Arts) für den Amiga! Passenderweise thronte der Karton direkt auf einem klassischen Commodore-Gehäuse. Für viele Amiga-User war “DPaint” damals das ultimative Grafikprogramm schlechthin. Wenn man sich die Rückseite des Kartons durchliest und Features wie “Jetzt mit AnimPaint” oder “Extrafarben” sieht, wird einem erst wieder bewusst, wie revolutionär diese Software für die damalige Pixelkunst und Animation war. Ein echtes Stück Computergeschichte, das auf unserem Flohmarkt die Blicke auf sich zog!


Volle Halle, strahlende Gesichter und die nächste Gamer-Generation
Wie ein Blick durch die Gänge zeigt, war die Halle schnell bestens gefüllt und an den Tischen herrschte reges Treiben. Überall flimmerten die Bildschirme – vom klassischen Röhrenfernseher über alte Laptops, auf denen Colin McRae Rally 2005 lief, bis hin zu modernen Flachbildschirmen. Mittendrin immer wieder liebevoll aufgestellte Schätze, wie die fantastische Turrican Big Box.


Das Schönste an der ClaViCon ist aber, dass diese Begeisterung für Videospiele keine Altersgrenzen kennt. Der absolute Beweis dafür ist unser junger Gast mit dem wohl coolsten Sonic-Hut des gesamten Wochenendes! Mit einem stolzen Lächeln und voller Konzentration hat er an unserem mobilen Galaga-Setup den Arcade-Stick übernommen. Natürlich ließen es sich auch unsere erwachsenen Besucher nicht nehmen, an genau dieser Station verbissen um die Highscore-Pokale zu kämpfen.


Ein weiteres Highlight, das junge und alte Fans gleichermaßen magisch anzog, war ein unfassbar kreativer Commodore-Aufbau. Hier wurde nicht einfach nur ein Computer auf den Tisch gestellt: Mit bunten Bügelperlen-Figuren – von Pac-Man-Geistern über Mega Man bis hin zum klassischen CBM-Logo – und einem kleinen, beleuchteten Diorama aus einem umfunktionierten Karton wurde hier eine echte Retro-Erlebniswelt geschaffen. Genau solche liebevollen Details machen unsere Community aus!

Von Holzoptik bis Panzer Schildkröten
An den Stationen selbst wurde natürlich gezockt, was die Joysticks und Pads hergaben. Wer die pure Nostalgie suchte, wurde am Tisch mit dem Atari 2600 fündig. Das ikonische Design in Holzoptik, die klassischen Joysticks mit dem einen roten Knopf und das Modul von Solaris auf dem Röhrenfernseher versprühten sofort bestes 80er-Jahre-Wohnzimmer-Feeling.

Für ordentlich Action im Multiplayer war ebenfalls gesorgt. Während an einem Bildschirm beim Arcade-Klassiker Double Dragon eifrig Tritte und Schläge verteilt und Tipps ausgetauscht wurden ( flogen ein paar Tische weiter auf modernere Art die Fäuste: Beim Remastered Turtles Spiel feierten die Spieler das pixelige Comeback der gepanzerten Riesenschildkröten.

Wenn das Hobby zur Kunst wird: C64 mit Mini-Beamer und “Dragon’s Lair”-Premiere
Ein weiteres Highlight, das junge und alte Fans gleichermaßen magisch anzog, war ein absolut unfassbar kreativer Commodore-Aufbau. Hier wurde nicht einfach nur ein Computer auf den Tisch gestellt: Mit bunten Bügelperlen-Figuren – von Pac-Man-Geistern über Mega Man bis hin zum klassischen CBM-Logo – wurde hier eine echte Retro-Erlebniswelt geschaffen.
Das Technik-Geheimnis im Karton
Besonders faszinierend war, was viele Gäste zunächst für ein kleines Diorama in einem umfunktionierten Karton hielten. Doch beim genauen Hinsehen entpuppte sich der vermeintliche Schaukasten als eine geniale Bastelarbeit: Darin verbarg sich ein funktionstüchtiger Mini-Beamer, der das C64-Bild auf eine kleine, mobile Leinwand im Hintergrund projizierte! Dieser voll funktionsfähige, mobile Heimkino-Aufbau war ein echtes technisches Meisterstück und ein absoluter Publikumsmagnet.
Der Meister und sein Werk
Noch beeindruckender war jedoch das, was auf dem rechten Bildschirm desselben Aufbaus lief. Man kann es auf dem Foto neben dem Originalen C64 erkennen: Es ist der legendäre, brandneue Port von Dragon’s Lair für den C64. Und der Besitzer dieses fantastischen C64-Spezial-Aufbaus ist niemand Geringeres als daddlertl, der diesen Port nicht nur stolz präsentierte, sondern ihn auch selbst mit programmiert hat! Es ist immer ein ganz besonderer Moment für die ClaViCon, wenn wir solche Meilensteine der Retro-Softwareentwicklung direkt von ihren Schöpfern gezeigt bekommen. Ein riesiges Dankeschön an daddlertl für diesen fantastischen Einblick in seine Arbeit!

Sonne, Kultboy-Grillen und der große Moment auf der Leiter
Nachdem die Halle voller Leben war und an allen Ecken gezockt wurde, gab es draußen ein weiteres Highlight. Wir hatten dieses Mal wirklich Glück mit dem Wetter und die Sonne strahlte über Euskirchen. Das passte perfekt, denn die Kultboys vom Kultboy-Forum treffen sich traditionell bei uns auf der Convention und hatten dieses Mal eine ganz besondere Überraschung parat. Sie bauten draußen ihren Grill auf und sorgten nicht nur für ihr eigenes leibliches Wohl. Ein riesiges Dankeschön an das gesamte Kultboy-Team: Sie haben sogar für unsere Gäste gegrillt! Wer Hunger hatte, konnte sich einfach ein Würstchen mit auf den Grill schmeißen lassen. Das nenne ich echten Community-Geist!




Das große Finale des Tages: Gruppenfoto auf der Leiter
Gegen 14:30 Uhr war es dann Zeit für das große Highlight des Tages: unser Gruppenfoto! Bevor wir alle versammelten, gab es noch einen beeindruckenden Überblick über die gesamte Halle (14994.jpg), der zeigt, wie voll die Tische bestückt waren und wie viele Leute sich bei uns wohlfühlten. Dann kam mein großer Auftritt (oder besser gesagt: Aufstieg!). Mit einem Mikrofon in der linken Hand und dem Handy in der rechten Hand stand ich auf einer Leiter, um dieses tolle Bild zu schießen (15000.jpg). Es war einfach fantastisch zu sehen, wie viele Leute Lust hatten, mitzumachen. Ein riesiges, von Herzen kommendes Dankeschön an alle, die sich aufs Foto getraut haben – es ist ein wunderschönes Erinnerungsbild an diese tolle Convention geworden!

Mampf’s Sega-Nostalgie: Mickey Mouse und das Master System
Wieder drinnen gab es natürlich noch mehr Hardware-Perlen zu entdecken. Ein echtes “Sega Addiction” Highlight wurde uns von unserem Gast Mampf präsentiert. Er hatte gleich zwei Sega-Konsolen im Gepäck: Ein Master System (14990.jpg) und das legendäre Mega Drive. Und was lief darauf? Der absolute Klassiker Castle of Illusion Starring Mickey Mouse. Wer sich an dieses Spiel erinnert, weiß, wie unglaublich atmosphärisch und magisch das damals war. Solche Momente wecken sofort die schönsten Kindheitserinnerungen an früher und zeigen, wie gut diese Spiele gealtert sind.

Custom-Hardware vom Feinsten: Ein Eigenbau mit dem gewissen “Spin“
Neben all den klassischen Heimcomputern und Konsolen gab es auf den Tischen auch faszinierende Technik von heute zu bewundern, die unsere alten Lieblingsspiele am Leben erhält. Ein absoluter Hingucker war das Setup unseres Gastes Nexus 6, der eine ganz besondere Eigenkreation mitgebracht hatte.

Wer sich bei der Nahaufnahme des Controllers fragt, wofür das markante, dicke silberne Drehrad neben dem gelben Joystick da ist: Das ist ein sogenannter “Spinner”! Nexus 6 verriet uns im Gespräch, dass er diesen Arcade-Stick komplett in Eigenregie (inklusive 3D-Druck-Gehäuse) entworfen und gebaut hat. Seine Motivation? Er wollte Arcade-Klassiker wie das legendäre Arkanoid, die damals zwingend ein solches Drehrad benötigten, endlich wieder millimetergenau und stilecht steuern können. Da handelsübliche Joysticks so etwas fast nie an Bord haben, hat er sich sein Traum-Setup einfach selbst gebastelt. Ein großartiges Unikat, das rein aus Leidenschaft entstanden ist und (leider) nicht zum Verkauf steht!

Für alle Adleraugen, die sich beim Blick auf den Monitor gefragt haben, welches Spiel dort gerade so meisterhaft mit dem Spinner bedient wird: Das ist der Arcade-Geheimtipp Eco Fighters von Capcom (1993). In diesem Shoot-’em-Up fliegt ihr ein Schiff, das mit einem speziellen Waffenarm ausgestattet ist (hier im Bild schön an der schwarzen Abrissbirne zu erkennen). Mit dem Spinner lässt sich dieser Arm rasend schnell um volle 360 Grad um das eigene Schiff rotieren, um Feinde aus jedem erdenklichen Winkel abzuwehren. Ein brillantes Spielprinzip, das mit so einem Custom-Controller ein absolut perfektes Spielhallen-Feeling ins Jahr 2026 transportiert!
Mein persönliches Highlight: Die Operation am offenen “Virtual Boy”-Herzen
Für mich persönlich gab es auf dieser Convention noch ein ganz besonderes, emotionales und vor allem technisches Highlight. Unser Gast Patrick hatte meinen Nintendo Virtual Boy aus seiner heimischen Werkstatt mitgebracht. Die Hoffnung war groß, dass das gute Stück nach seiner Reparatur endlich wieder funktioniert. Doch als ich ihn voller Vorfreude aufbaute und durch den Sucher blickte, kam die Ernüchterung: Das linke Auge lief perfekt, aber das rechte Display blieb stur schwarz.
Als ich Patrick davon erzählte, fackelte er nicht lange: “Was? Bei mir zu Hause lief er noch! Bring ihn rüber an meinen Tisch!” Patrick hatte nämlich nicht nur seine Konsolen, sondern sein komplettes Equipment inklusive Lötstation und Mikroskop mitgebracht, um genau in solchen Fällen Erste Hilfe für die Hardware der Gäste zu leisten.
Ein faszinierender Blick ins Innere
Da man für das Gehäuse des Virtual Boys spezielle Schraubendreher benötigt, die ich nicht besitze, war dies für mich die allererste Gelegenheit, das Innenleben dieser faszinierenden Konsole aus dem Jahr 1995 mit eigenen Augen zu sehen. Patrick öffnete das Gerät, und der Blick auf die Technik war atemberaubend . Es war unglaublich spannend, die verbauten Spiegel, die durch Oszillation in Schwingung versetzt werden, und die winzigen LED-Einheiten endlich mal in natura zu betrachten.






Das Flachband-Drama
Der Fehler war schnell lokalisiert und ist in der Retro-Szene leider ein absoluter Klassiker: Die Verbindung zwischen den Platinen und den Displays wird über Flachbandkabel hergestellt, deren Kleber sich nach fast 30 Jahren auflöst. Mein Fehler im Vorfeld war, dass ich nur ein einziges Ersatzkabel bestellt hatte, welches Patrick auch erfolgreich eingebaut hatte. Für das rechte Auge versuchte er tapfer, den alten Kleber des originalen Kabels durch erneutes Erhitzen und Fixieren zu retten – was zu Hause noch klappte, den Transport zur Convention aber leider nicht überstand.

Was passiert, wenn diese Kabel den Kontakt verlieren, sieht man perfekt auf dem letzten Bild: Das “VIRTUAL BOY” Logo ist völlig verzerrt, gespalten und fehlerhaft.
Das Bild zeigt einen sehr bekannten Hardware-Fehler des Nintendo Virtual Boy, der in der Retro-Gaming-Community oft als „Mirroring Error“ (Spiegelungs-Fehler) bezeichnet wird.

Hier ist genau das passiert
Die Technik hinter dem Display
Der Virtual Boy erzeugt sein Bild nicht wie ein herkömmlicher Monitor. Stattdessen nutzt er pro Auge eine einzige vertikale Reihe von winzigen roten LEDs. Diese LEDs blinken in einem exakten Muster, während ein winziger, mechanisch oszillierender Spiegel extrem schnell hin und her schwingt. Durch die Bewegung des Spiegels wird das Bild für das Auge quasi in der Luft „gemalt“.

Im Normalbetrieb: Das System zeichnet das Bild auf dem „Hinweg“ der Spiegelbewegung und schaltet die LEDs auf dem „Rückweg“ komplett ab, damit das Auge ein klares Standbild sieht.
Die Ursache des Fehlers
Das größte Serienproblem des Virtual Boy ist der Verschleiß: Der Kleber, der die extrem empfindlichen Flachbandkabel (Ribbon Cables) an den LED-Displays hält, trocknet nach Jahrzehnten aus und löst sich.
Wenn dadurch die elektrische Verbindung für bestimmte Steuer- oder Synchronisations-Signale abbricht, verliert die Hardware das Timing. Das Resultat: Das Display schaltet die LEDs auf dem Rückweg des Spiegels nicht mehr ab, sondern zeichnet die Bildinformationen einfach stur weiter.

Da sich der Spiegel auf dem Rückweg physisch in die entgegengesetzte Richtung bewegt, wird das gesamte Bild beim zweiten Mal komplett spiegelverkehrt gezeichnet.
Genau das ist auf dem Foto zu sehen: Der reguläre Schriftzug (VIRTUAL BOY) vom Hinweg und der rückwärts projizierte Schriftzug (YOB LAUTRIV) vom Rückweg werden gleichzeitig direkt nebeneinander auf demselben Auge dargestellt.
Das finale Urteil steht also fest: Ich muss zwingend noch ein zweites Flachbandkabel bestellen! Aber diese faszinierende “Operation am offenen Herzen” live mitzuerleben und die Technik zu verstehen, war jede Minute wert. Ein riesiges Dankeschön an Patrick für seinen unermüdlichen Einsatz am Lötkolben!
Intymikes exotischer Schatz: Die legendäre Bally Astrocade
Unser Gast Intymike ist in der Szene für seine riesige Privatsammlung bekannt. Schon bei seiner Voranmeldung hatte er uns im Formular kryptisch versprochen, dass er dieses Mal „etwas Exotisches“ mitbringen würde. Und was sollen wir sagen? Er hat absolut abgeliefert!
Auf seinem Tisch stand eine Konsole, die selbst hartgesottene Retro-Veteranen oft nur aus Büchern oder alten Zeitschriften kennen: Das Bally Professional Arcade (später bekannt als Bally Astrocade oder Bally Computer System), das Ende der 1970er Jahre auf den Markt kam. Allein der Anblick der massiven, wunderschön patinierten Originalverpackung (15024.jpg) war für Sammler ein absoluter Traum. Direkt daneben thronte die Konsole selbst (15025.jpg), komplett in authentischer 70er-Jahre-Holzoptik und mit einem integrierten Ziffernblock, der damals die Brücke zwischen Spielkonsole und Heimcomputer schlagen sollte.




Der vielleicht verrückteste Controller der 70er
Ein echtes Highlight dieses Systems sind die absolut kuriosen Controller. Sie sehen aus wie der Griff einer futuristischen Pistole und liegen auch genauso in der Hand. Mit dem Zeigefinger bedient man einen Abzug (Trigger), und obenauf sitzt ein dicker Knauf. Das Geniale daran: Dieser Knauf lässt sich nicht nur wie ein normaler Joystick in acht Richtungen bewegen, sondern man kann ihn auch drehen wie einen Paddle/Spinner! Man sieht wunderbar, wie diese ungewöhnliche Steuerung bei einem klassischen Western-Shootout (“Got Me!”) in der Praxis aussah.


60 Spiele, ein Modul und das Geheimnis der DIP-Schalter
Intymike hatte zwar wunderschöne originale Spiele in Originalverpackung dabei , aber das eigentliche Spielen lief über eine geniale, moderne Lösung: Eine 60-in-1 MultiCart.
Wer jetzt an ein einfaches Auswahlmenü auf dem Fernseher denkt, irrt sich gewaltig! Um auf diesem Modul das Spiel zu wechseln, musste man echte Handarbeit leisten. Auf dem Modul sitzen winzige weiße Schalter (sogenannte DIP-Schalter). Intymike drückte uns eine ausgedruckte Codeliste in die Hand, auf der für jedes Spiel der exakte Code für die winzigen Schalter stand. Erst wenn man die Schalter in die richtige Position geschoben und den Reset-Knopf gedrückt hatte, starteten Arcade-Klassiker wie Seawolf oder fantastische Maze-Shooter. Eine absolut charmante Art, die alte Technik mit neuen Mitteln zum Leben zu erwecken



Mehr als nur eine Konsole
Wie ernst Bally den Anspruch nahm, ein richtiges Computersystem zu sein, zeigte Intymike uns am Ende noch mit einem ganz besonderen Detail: Einer originalen Tastaturfolie (Overlay) für Astrocade BASIC (15036.jpg). Diese Folie legte man einfach über den eingebauten Ziffernblock der Konsole, um ihn in eine Programmiertastatur mit Befehlen wie “PRINT”, “GOTO” oder “INPUT” zu verwandeln.


Ein technisches Meisterwerk seiner Zeit: Astrocade vs. Atari 2600
Wenn man sich dieses System genauer ansieht, entdeckt man schnell, wie unglaublich durchdacht das Design war. Hebt man die schicke, abgedunkelte Acryl-Klappe der Konsole an, offenbart sich nicht nur der eigentliche Modulschacht, sondern auch eine clevere, integrierte Aufbewahrung für bis zu 15 Spielekassetten direkt im Gehäuse.

Besonders spannend wird es, wenn wir einen Blick auf die Technik werfen und das Gerät mit dem damaligen Platzhirsch, dem Atari 2600, vergleichen. Beide Systeme erschienen fast zeitgleich (Ende der 70er Jahre), doch die Bally Astrocade spielte eigentlich in einer anderen Liga. Angetrieben von einem damals extrem leistungsstarken Z80-Prozessor (das Atari nutzte den schwächeren 6507), zauberte die Astrocade deutlich flüssigere Grafiken und mehr Farben auf den Schirm. Auch der verbaute Custom-Soundchip war für damalige Verhältnisse eine absolute Wucht.
Auf den nächsten Bildern seht ihr ein perfektes Beispiel für diese Power: Dort läuft gerade Astro Battle. Aus Lizenzgründen durfte es natürlich nicht Space Invaders heißen, aber es gilt bis heute als eine der besten, buntesten und schnellsten Umsetzungen des Spielprinzips in dieser Konsolengeneration.

Doch warum hat das Atari 2600 den Markt dominiert, während das Bally Astrocade ein Nischenprodukt blieb? Die Antwort liegt im Preis: Diese enorme technische Überlegenheit ließ sich Bally fürstlich bezahlen. Die Konsole kostete zum Verkaufsstart stolze 299 US-Dollar. Das Atari 2600 war mit 199 US-Dollar ganze 100 Dollar günstiger – eine immense Summe Ende der 1970er Jahre, die am Ende den Ausschlag für den Massenmarkt gab.

Vom Spielzeug zum echten Computer
Wie ernst Bally den Slogan “Expandable Computer System” nahm, zeigte Intymike uns dann noch eindrucksvoll an der Hardware. Neben der genialen Tastaturfolie (15036.jpg), die den eingebauten Ziffernblock in eine echte Schreibmaschine für Code verwandelte, gab es ein hochspannendes Zubehör: Das Astrocade BASIC Modul (15035.jpg). Wer sich dieses Modul genauer ansieht, entdeckt dort echte Audio-Anschlüsse (IN/OUT). Damit konnte man einen handelsüblichen Kassettenrekorder an die Konsole anschließen, um seine selbstgeschriebenen BASIC-Programme auf Audiokassetten zu speichern und später wieder zu laden. Das verwandelte eine reine Spielkonsole tatsächlich in einen vollwertigen Heimcomputer!
Pixelkunst per Drehregler: Das integrierte Malprogramm
Ein weiteres fantastisches Feature der Bally Astrocade, das wir euch auf keinen Fall vorenthalten wollen, haben wir auf einem weiteren Foto festgehalten. Dieses System war so fortschrittlich, dass es ab Werk nicht nur Spiele, sondern auch das eingebaute Malprogramm “Scribbling” besaß!

Dass man mit den speziellen Pistolen-Controllern und ihren Drehreglern tatsächlich richtig kreativ werden konnte, hat an diesem Wochenende die Neko wieder eindrucksvoll bewiesen. Auf dem Bildschirm strahlte uns plötzlich ein richtig liebevoll gezeichnetes Pixel-Kunstwerk von Luigi entgegen, stilecht garniert mit dem Schriftzug “M… M… MARIO”.
Wer kann erkennen, welches Spiel auf diesem Bild thematisiert wird?
Solche spontanen, kreativen Momente auf historischer Hardware sind einfach typisch für die ClaViCon!
(Kleiner Bonus für Hardware-Experten: Wer auf dem Foto genau hinschaut, entdeckt rechts neben der Astrocade direkt den nächsten Retro-Schatz auf dem Tisch – ein Philips Videopac G7400, das dort ebenfalls spielbereit auf seinen Einsatz wartete.)
Ein riesiges Dankeschön an Intymike, dass er dieses extrem seltene und empfindliche Stück Hardwaregeschichte aus seiner Sammlung geholt und mit uns auf der ClaViCon geteilt hat!
Der epische Kampf um die Galaga-Krone
Ein weiteres Highlight der Convention war natürlich unser offizielles Galaga-Highscore-Turnier! Wir hatten es ja morgens schon angekündigt: Es ging um echte, physische Pokale mit dem ikonischen Galaga-Raumschiff. Und wenn es um Trophäen geht, erwacht in der Retro-Community der pure Arcade-Ehrgeiz.
Auf den Bildern kann man die unglaubliche Anspannung und Konzentration an unserem Hochkant-Setup förmlich greifen. Die Personen, die ihr hier so extrem fokussiert um den Bildschirm versammelt seht, sind niemand Geringeres als die späteren Top 3 unseres Turniers! Hier wurde nicht einfach nur gespielt, hier wurde zelebriert. Die Konkurrenz stand buchstäblich direkt daneben, schaute bei jedem Ausweichmanöver genau auf die Finger und beobachtete jeden abgeschossenen Pixel-Käfer.


Der Führungswechsel im letzten Moment
Ein Blick auf unser Whiteboard zeigt, wie dramatisch das Rennen wirklich abgelaufen ist. Zwischenzeitlich sah alles nach einem klaren Sieg aus: Nexus6 (unser genialer Controller-Bastler von vorhin!) thronte mit einer wahnsinnigen Punktzahl von 64.780 absolut souverän auf Platz 1.
Doch dann kam der absolute Showdown: Unter den wachsamen Augen seiner Mitstreiter schnappte sich Daxterclank den Arcade-Stick. Mit eiskalten Nerven und perfektem Timing flog er einen atemberaubenden Run und sicherte sich am Ende den ultimativen Highscore von unglaublichen 65.460 Punkten! Damit verdrängte er Nexus6 buchstäblich auf den allerletzten Metern noch von der Spitze.



Das finale Leaderboard zementierte schließlich unser Siegertreppchen für dieses Jahr:
🥇 1. Platz: Daxterclank (65.460 Punkte)
🥈 2. Platz: Nexus6 (64.780 Punkte)
🥉 3. Platz: BlackSD (46.310 Punkte)
Herzlichen Glückwunsch an unsere drei Galaga-Meister, die sich ihre Raumschiff-Pokale durch Schweiß, Tränen und exzellente Reflexe mehr als redlich verdient haben! Aber was ihr alle nicht wusstet: Ihr habt GALAGA im allerhöchsten Schwierigkeitsgrad gespielt, und dafür wärt ihr ALLE großartig!
Der Tag danach: Großreinemachen und das verdiente After-Convention-Essen
Am Sonntagmorgen hieß es dann: Nach der Convention ist vor dem Aufräumen! Um Punkt 10 Uhr traf sich das Team wieder in der Halle. Die flimmernden Monitore und das Arcade-Gedudel des Vortags waren zwar verstummt, aber dafür wurde jetzt richtig angepackt und Classic Videogames RADIO laut aufgedreht. Wir haben alle Tische blitzblank geputzt, sie wieder ordentlich auf die Rollwagen gestapelt und die aufwendig verlegten “Stromadern” wieder abgebaut und sorgfältig in unseren Kisten verstaut. Auch die Küche musste natürlich wieder auf Vordermann gebracht werden – nachdem die letzte Spülmaschine angeworfen war, konnten wir tatsächlich schon gegen 12 Uhr mittags den kompletten Rückbau als “Erledigt” abhaken!
Pizza, Sonnenschein und ein letztes Beisammensein
Und was macht man, wenn man nach getaner Arbeit an einem Sonntagmittag bei absolut perfekt strahlend blauem Himmel fertig ist? Richtig, man setzt sich zusammen in die Sonne!
Auf den Bildern seht ihr unser wohlverdientes “After-Convention-Essen”. Wir haben uns einfach ein paar Pizzen bestellt und die gemeinsame Zeit als Team draußen am Tisch genossen. Es ist für uns mittlerweile ein wichtiges und wunderschönes Ritual geworden, das Wochenende genauso ausklingen zu lassen. Bei einem kühlen Getränk in der Sonne kann man die Anspannung der letzten Tage abfallen lassen, noch einmal über die lustigsten Momente fachsimpeln und einfach noch ein bisschen Zeit miteinander verbringen, ehe jeder wieder seine eigene Heimreise antritt.





Ein besonders schönes Abschlussbild ist unser kleines Team-Gruppenfoto am Tisch – der “Daumen hoch” im Hintergrund fasst dieses Wochenende eigentlich perfekt zusammen!

Ein besonderer Gast und ein großer Lebenstraum: “The Arcade Guy”
Bevor wir diesen Rückblick schließen, gibt es da noch eine ganz besondere Geschichte, die auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf. Die ClaViCon zieht mittlerweile Gäste weit über die regionalen Grenzen hinaus an, aber in diesem Jahr durften wir den Besucher mit der bisher absolut weitesten Anreise begrüßen: “The Arcade Guy” nahm unglaubliche acht Stunden Fahrtweg aus der Schweiz auf sich, um bei uns in Euskirchen dabei zu sein!
Er kam aber nicht nur zum Zocken, sondern brachte auch eine Vision mit, die unsere Retro-Herzen sofort höher schlagen ließ. Sein absoluter Traum ist es, eine waschechte Spielhalle im glorreichen Stil der 80er Jahre aufzubauen und zu eröffnen. Den Grundstein dafür hat er längst gelegt: Er nennt bereits weit über 30 originale Arcade-Automaten sein Eigen.
Um dieses ambitionierte Projekt endlich Wirklichkeit werden zu lassen, plant er einen gewaltigen Schritt: Er möchte in die Bundesrepublik auswandern. Dabei kommt für ihn eigentlich nur unsere westliche Region rund um Köln, Bonn und den Erftkreis in Frage. Die Convention war für ihn also nicht nur ein entspanntes Wochenende, sondern ein echter Meilenstein für seine Zukunft: Direkt am Montag nach unserem Event stand für ihn bereits die Besichtigung einer potenziellen Location hier in NRW auf dem Programm.
Wir drücken “The Arcade Guy” alle verfügbaren Daumen! Wir wünschen dir von Herzen alles erdenklich Gute dafür, dass dieser fantastische Traum in Erfüllung geht. Egal, ob die erste eigene Spielhalle nun hier bei uns in Nordrhein-Westfalen oder vielleicht doch an einem anderen Ort ihre leuchtenden Pforten öffnet – wir werden zum Spielen vorbeikommen!
Übrigens hat er auch bei uns ein Video gedreht, vielen Dank dafür! Ich bin ja dieses Jahr nicht dazu gekommen, aber dafür gibts diesen detailierteren Bericht 😉
Ein riesiges Dankeschön!
Damit geht die 24. ClaViCon offiziell in unsere Geschichtsbücher ein. Wir möchten uns von ganzem Herzen bei jedem Einzelnen von euch bedanken: Bei den großartigen Gästen, die von nah und fern angereist sind, bei den Ausstellern mit ihren faszinierenden Schätzen, bei den edlen Spendern (Danke für Sticker, Süßigkeiten, Kuchen!), bei unseren Grillmeistern von den Kultboys und natürlich bei unserem unermüdlichen Team, ohne das all das hier niemals möglich wäre.
Ihr alle macht die Classic Videogames Convention zu dem familiären, großartigen Event, das es ist. Ruht euch gut aus, repariert eure Flachbandkabel und ölt eure Joysticks… denn wir sehen uns im nächsten Jahr zur großen 25. Jubiläums-ClaViCon am 10.10.2026!
