Apidya Soundtrack (1992)
Der „Apidya Soundtrack“ erschien im selben Jahr wie „To Be on Top“. Chris Hülsbeck verwandelte die Musik des ungewöhnlichen Amiga-Shooters in ein eigenständiges Studioalbum, das weit mehr bietet als eine einfache Übertragung der Originalstücke.
Von der Amiga-Musik zum Studioalbum
Im Spiel steuert man eine verzauberte Biene durch einen horizontal scrollenden Shooter. Ihr Weg führt sie durch unterschiedliche Schauplätze bis zum Nest einer bösen Wespenkönigin. Schon diese ungewöhnliche Grundidee gab der Musik viel Raum für sehr unterschiedliche Stimmungen: von Wiesen und Teichen über eine Kanalisation bis zu hektischen Bosskämpfen.
Die Titel 1 bis 8 stammen aus dem Spiel „Apidya“. Für die CD wurden sie jedoch vollständig neu arrangiert und mit hochwertigem Studioequipment aufgenommen. Es handelt sich also nicht einfach um direkt vom Amiga übernommene Aufnahmen, sondern um eigenständige Albumfassungen. Ich finde es einfach schön, die Melodien dieses Ballerspiels in einer so ausgearbeiteten digitalen Fassung hören zu können.
Auch Pseudo D. und Rudolf Stember ließen bereits in diesem ersten Teil ihre Ideen einfließen: „Techno Party“, Titel 5, wurde von Pseudo D. arrangiert, während Rudolf Stember das Arrangement von „Boss Panic“, Titel 6, übernahm.
Ab Titel 9 beginnt ein neues Kapitel
Ab Titel 9 löst sich die CD von der eigentlichen Spielmusik. Chris Hülsbeck arbeitete weiterhin mit Musikern wie Pseudo D., also Doug Laurent, zusammen. „Crazy Lover“ entstand gemeinsam mit Pseudo D.; die Texte dazu stammen von Mikey J. Romeo und Preshuz. „Trip Like That“ sowie die folgenden Stücke „Freedom“ und „Breakout“ tragen Pseudo D.s Handschrift besonders deutlich.
Wenn ich mir „Trip Like That“, Titel 10, genauer anhöre, fällt mir außerdem auf, dass dort für meine Ohren derselbe Sänger zu hören ist wie bei „Addicted to These Games“ von Chris Hülsbecks erster CD „Shades“.
Mit Titel 13 kommt Ramiro Vaca hinzu. Sein „Theme from Merland“ erweitert das Album um eine weitere eigenständige Komposition. Den Abschluss bildet Rudolf Stembers „Blade of Fate“, eine Neubearbeitung des Titelthemas zu „Das Schwarze Auge“, das seinerzeit auch für den Amiga erschien.
Spielerinnerung und eigenständiges Album
Wer „Apidya“ auf dem Amiga gespielt hat, erkennt viele Melodien sofort wieder. Gleichzeitig zeigen die neuen Arrangements, wie viel mehr in diesen Kompositionen steckt, wenn Speicherplatz und technische Grenzen des Heimcomputers keine Rolle mehr spielen. Dadurch funktioniert die CD sowohl als Erinnerung an das Spiel als auch als eigenständiges Album.
Der „Apidya Soundtrack“ ist auch als digitales Album erhältlich.
Digitales Album bei Bandcamp erwerben ↗ Die digitale Ausgabe enthält neben MP3- und FLAC-Dateien auch einen Scan des vollständigen Booklets als PDF.