Chris Hülsbeck – Discographie – Native Vision „Easy Life“ – Single – 1994

Chris Hülsbecks Ausflug in den Eurodance

Native Vision – Easy Life (1994)

Mit „Easy Life“ wagte Chris Hülsbeck 1994 einen deutlichen Schritt aus der Computerspielmusik heraus. Statt eines Soundtracks entstand eine eigenständige Dance-Produktion mit Gesang, Rap und vier unterschiedlichen Mixen.

Vorderseite der Maxi-Single Easy Life von Native Vision
Die Vorderseite der Maxi-Single „Easy Life“.
Veröffentlicht 28. Oktober 1994
Format CD-Maxi-Single
Label Paramount Park
Umfang Vier Mixe · 22:42 Minuten

Ein neuer Schritt in Hülsbecks Karriere

1994 gelang es Chris Hülsbeck, seine Karriere um ein weiteres Kapitel zu erweitern. Mit dem Dance-Track „Easy Life“ versuchte er, auch außerhalb der Computer- und Videospielszene ein größeres Publikum zu erreichen. Soweit ich es damals mitbekommen habe, wurde der Titel sogar in Dance-Charts geführt.

Gemeinsam mit Doug Laurent, der unter dem Namen Pseudo D. bereits an anderen Hülsbeck-Produktionen mitgewirkt hatte, wurde der Song als zeittypische Eurodance-Produktion arrangiert. Trotzdem hört man in den Melodien und elektronischen Klangflächen weiterhin Hülsbecks eigene musikalische Handschrift.

Wer hinter Native Vision steckte

Native Vision war kein weiterer Spielesoundtrack, sondern der Projektname dieser Dance-Produktion. Die weiblichen Gesangspassagen übernahm Prinzess, während D’Imperial für den Rap zuständig war. Hinter dem Namen D’Imperial stand Dwayne Cevis, der gemeinsam mit Chris Hülsbeck auch am Text beteiligt war.

Chris übernahm bei „Easy Life“ weit mehr als nur die Komposition. In seiner offiziellen Werkliste wird die Single mit Musik, Text, Produktion und Management geführt. Damit war das Projekt ein ernst gemeinter Versuch, seine Erfahrung als Studiomusiker und Produzent auf eine kommerzielle Dance-Single zu übertragen.

Komposition Chris Hülsbeck
Text Chris Hülsbeck und D’Imperial
Arrangement Doug Laurent alias Pseudo D.
Stimmen Prinzess und D’Imperial
Produktion Chris Hülsbeck und G. Moustakas
Katalognummer Paramount Park 900100.5

Vier Fassungen eines Titels

Wie es für eine Maxi-Single aus der Eurodance-Zeit typisch war, erschien „Easy Life“ nicht nur in einer einzigen Fassung. Die CD enthält vier Mixe, die den Titel unterschiedlich gewichten: von der vergleichsweise kompakten MTV-Fassung bis zum über sieben Minuten langen Alternative Mix.

1. Extended Mix 5:41
2. MTV Mix 3:46
3. Native Mix 6:03
4. Alternative Mix 7:12

Die Bezeichnung „MTV Mix“ deutet bereits auf eine kompaktere Fassung für Musikfernsehen und andere kürzere Sendeformate hin. Extended, Native und Alternative Mix geben der Produktion dagegen mehr Raum und zeigen, wie stark sich Wirkung und Aufbau eines Dance-Titels allein durch ein anderes Arrangement verändern können.

Die Verbindung zu „Rainbows“ und Kaiko

Eine kürzere Fassung von „Easy Life“ fand ebenfalls ihren Platz auf Chris Hülsbecks Album „Rainbows“, das im selben Monat erschien. Dadurch steht die Single nicht vollkommen allein in seiner Diskografie, sondern bildet eine Verbindung zwischen seinen eigenständigen Dance-Produktionen und dem stilistisch breit aufgestellten Album.

Auch das frühere Kaiko-Umfeld blieb bei der Gestaltung noch sichtbar. Kaiko selbst bestand 1994 bereits nicht mehr. Frank Matzke, der zusammen mit Chris Hülsbeck und Peter Thierolf zuvor A.U.D.I.O.S. und Kaiko aufgebaut hatte, zeichnete jedoch das Motiv für das Cover von „Easy Life“. Die grafische Gestaltung der Single wird Rüdiger Geis zugeschrieben. Damit führte selbst das Äußere der CD ein Stück der gemeinsamen Vergangenheit weiter.

Eine offizielle Albumfassung von „Easy Life“ kann weiterhin digital angehört und erworben werden.

„Easy Life“ bei Bandcamp anhören ↗ Die dort angebotene Fassung stammt vom Album „Rainbows“ und ist nicht die vollständige Maxi-Single mit allen vier Mixen.