SEGA „Neptune“ Prototyp

SEGA · unveröffentlichter Konsolenprototyp

SEGA Neptune – die Konsole, die nie erschien

Der geplante SEGA Neptune sollte Mega Drive und 32X endlich in einem einzigen Gehäuse vereinen. Für mich bleibt deshalb bis heute vor allem ein Gedanke: Das hätte man doch gleich so machen sollen …

Prototyp der geplanten SEGA-Neptune-Konsole
SEGA Neptune – das hätte man eigentlich gleich so machen sollen …

Der Neptune im Überblick

Hersteller
SEGA
Status
Prototyp, nie veröffentlicht
Konzept
Mega Drive und 32X in einem Gehäuse
Geplanter Zeitraum
Voraussichtlich Ende 1995
Geplanter Preis
Häufig wurden etwa 150 US-Dollar genannt; vorgesehen war ein Preis von weniger als 200 US-Dollar.
Datenträger
Mega-Drive- und 32X-Module
Ergebnis
Eingestellt, bevor die Konsole in den Handel kam

Das 32X als Zwischenlösung

SEGA 32X als Aufsatz auf dem Mega Drive
Der 32X-Adapter wurde auf das Mega Drive gesteckt.

Als SEGA das 32X Ende 1994 auf den Markt brachte, dürfte dem Unternehmen eigentlich schon bewusst gewesen sein, dass sich diese Zwischenlösung nur schwer vermitteln ließ. Das 32X machte aus dem Mega Drive keine vollständig neue Konsole, sondern erweiterte es um zusätzliche Rechen- und Grafikleistung.

Im Inneren arbeiteten zwei 32-Bit-Prozessoren vom Typ Hitachi SH-2 mit einer Taktfrequenz von jeweils rund 23 MHz. Dadurch konnten Spiele mit mehr Polygonen und aufwendigerer Grafik entwickelt werden. Solange die dreidimensionalen Darstellungen relativ schlicht blieben, konnte das durchaus flüssig aussehen. Sobald jedoch viele Texturen und aufwendigere Oberflächen ins Spiel kamen, wurden die Grenzen der Konstruktion schnell sichtbar – dann ruckelte es merklich.

Für rund 399 beziehungsweise 400 DM konnte man den 32-Bit-Adapter erwerben und auf das Mega Drive stecken. Normale Mega-Drive-Spiele ließen sich weiterhin verwenden, indem die Module einfach in den Schacht des 32X gesteckt wurden.

Zum Betrieb war allerdings immer ein Mega Drive erforderlich. Das 32X war also keine eigenständige Konsole. Dazu kamen zusätzliche Kabel, ein weiteres Netzteil und eine insgesamt ziemlich abenteuerliche Hardwarekonstruktion. Wer zusätzlich noch ein Mega-CD verwendete, hatte am Ende einen regelrechten Turm aus SEGA-Hardware vor sich stehen.

Zu wenige Spiele und eine unklare Strategie

Von den Spielen, die die Technik des 32X tatsächlich ausnutzten, erschien letztlich nur eine überschaubare Auswahl. Auch viele Dritthersteller, die das System eigentlich mit neuer Software versorgen sollten, hielten sich zurück. SEGAs Marketingstrategie wirkte gleichzeitig dünn und wenig verständlich.

Das eigentliche Problem war der Zeitpunkt: Während SEGA versuchte, das Mega Drive mit dem 32X noch einmal technisch aufzurüsten, stand der deutlich leistungsfähigere SEGA Saturn bereits in den Startlöchern. Für Käufer war kaum noch erkennbar, auf welches System sie nun eigentlich setzen sollten.

Das 32X wirkte dadurch weniger wie eine neue Konsolengeneration und mehr wie eine teure Zwischenlösung, deren Lebensdauer bereits beim Erscheinen begrenzt war.

Die Idee hinter dem SEGA Neptune

Keine zwölf Monate nach der Veröffentlichung des 32X dachte SEGA bereits über eine vollständig integrierte Hardwarelösung nach. Unter dem Namen SEGA Neptune entstand ein Prototyp, der die Technik des Mega Drive und des 32X in einem einzigen, durchaus attraktiv gestalteten Gehäuse vereinen sollte.

Das hätte man doch gleich so machen können: ein Mega-Drive-Mainboard, auf dem die zusätzliche 32X-Technik bereits fest integriert war. Keine Aufstecklösung, kein wackeliger Hardwareturm und deutlich weniger Kabel. Der Neptune wäre damit eine eigenständige Konsole geworden, auf der sowohl Mega-Drive- als auch 32X-Spiele gelaufen wären.

Wenn SEGA das Gerät von Anfang an auf diese Weise entwickelt und beispielsweise als „Mega Drive Advanced“ vermarktet hätte, wäre es vielleicht verständlicher und attraktiver gewesen. Ob es dadurch tatsächlich erfolgreicher geworden wäre? Vermutlich nicht. Zumindest wäre das Hardwaredesign aber deutlich besser durchdacht gewesen.

Denn auch der Neptune hätte ein grundlegendes Problem nicht lösen können: Der SEGA Saturn wartete bereits auf seinen großen Auftritt. Eine weitere Konsole zwischen Mega Drive und Saturn hätte SEGAs Angebot vermutlich nur noch unübersichtlicher gemacht.

Ein Neptune zum Selberbauen

Bei meiner Recherche zu diesem Artikel fand ich sogar eine Bauanleitung, mit der ein Mega Drive und ein 32X in einem gemeinsamen Gehäuse untergebracht werden können. Dabei wird der 32X nicht mehr oben auf die Konsole gesteckt, sondern direkt in das umgebaute Mega-Drive-Gehäuse integriert.

Dafür sind allerdings umfangreiche Löt- und Umbauarbeiten nötig. Das Ergebnis kommt der ursprünglichen Idee des SEGA Neptune dennoch erstaunlich nahe. Für mich ist dieses Projekt deshalb besonders interessant: Es zeigt, dass die Grundidee durchaus funktioniert hätte – wenn SEGA sie nur früher und konsequenter umgesetzt hätte.

Bauprojekt zum SEGA Neptune ansehen ↗

Der SEGA Neptune bleibt für mich ein faszinierendes „Was wäre, wenn?“. Er hätte die Schwächen der 32X-Aufstecklösung beseitigt – kam aber zu einem Zeitpunkt, an dem SEGA längst mit der nächsten Konsolengeneration beschäftigt war.

Bock auf ein Cookie-Power Up ? Mit diesem Power Up kannst du Inhalte von Google und YouTube auf unserer Webseite sehen! Los, trau Dich! Mehr Infos

Hinweise zum Datenschutz

Wir benötigen Deine Erlaubnis damit Du unsere Webseite vollständig nutzen kannst.

Diese Internetseite verwendet so genannte Cookies. Cookies richten auf Deinem Rechner keinen Schaden an und enthalten keine Viren. Cookies sind kleine Textdateien, die auf Deinem Computer gespeichert werden und unterschiedliche Aufgaben übernehmen können. Cookies helfen zum Beispiel dabei Deinen Login auf unserer Webseite zu speichern. Ebenso können Cookies sog. cross-Plattform-Aufgaben übernehmen; wobei beispielsweise ein Cookie von YouTube dabei hilft Dich Deinem dortigen Benutzerkonto zuzuordnen, so dass wenn Du Dir YouTube-Videos auf unserer Webseite anschaust diese in Deinem YouTube-Verlauf erscheinen. Die meisten der von uns verwendeten Cookies sind so genannte „Session-Cookies“. Sie werden nach Ende Deines Besuchs automatisch gelöscht. Andere Cookies bleiben auf Deinem Endgerät gespeichert, bis Du diese löschst oder ihre Haltbarkeit von selbst abgelaufen ist. Diese Cookies ermöglichen es uns, Deinen Browser beim nächsten Besuch wiederzuerkennen.

Damit Du das komplette Angebot von Classic Videogames nutzen kannst ist es erforderlich, dass Du die Speicherung von Cookies akzeptierst. Ebenfalls weisen wir Dich hiermit darauf hin, dass für den reibungslosen Betrieb unserer Webseite Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden. Welche Daten das genau sind und was dies für den Schutz Deiner Daten bedeutet erfährst Du ausführlich in unserer Datenschutzerklärung.

Bitte stimme der Speicherung von Cookies und der Nutzung Deiner Daten zu, um so die volle Funktionalität unserer Webseite in Anspruch nehmen zu können.

Speicherung und Widerrufsrecht

Deine Zustimmung wird via Cookie für drei Monate gespeichert. Danach musst Du erneut zustimmen. Du kannst Dein Einverständnis auch jederzeit in unserer Rubrik Datenschutzerklärung widerrufen.

Opt-Out Optionen

Die Opt-Out Optionen geben Dir bei einigen Tracker-Cookies (Cookies, die Dein Surfverhalten verfolgen können) die Möglichkeit diese zu deaktivieren.

Word­press­Stats de­ak­ti­vie­ren
Goog­le Ana­ly­tics de­ak­ti­vie­ren
Goog­le-Einstellungen bearbeiten
(z.B. um gewisse Werbung zu de­ak­ti­vie­ren)

Schließen