15. Classic Videogames Convention
Nach zwei Jahren Pause konnten wir endlich wieder gemeinsam klassische Computer, Konsolen und Videospiele erleben. Das Video hält diesen ganz besonderen Neustart fest.
Nach zwei Jahren Pause
Nach zwei Jahren Pause und vielen Veränderungen in der Welt war es nun an der Zeit, die 15. Convention zu starten. Immer wieder mussten wir sie verschieben, bis ich es im Sommer 2020 gänzlich aufgab. In der Ruhe liegt die Kraft, was lange währt, wird endlich gut – oder, wie die Raupe aus „Alice im Wunderland“ so schön sagt: „Eile mit Weile!“
Um sicherzugehen, dass wir kein Corona-Hotspot werden und keinen Krieg mit dem Gesundheitsamt anzetteln, mussten wir uns alle erst einmal mit einer Impfung anfreunden. Und ich bin froh, dass 99 Prozent unserer Gäste es ebenfalls waren, als ich bei der Anmeldung nach dem Impfpass fragte. Ihr seid mega! Knapp 40 Personen von 50 Angemeldeten konnte ich am Ende verzeichnen. Für mich war das überwältigend – gerade in dieser Situation und vor allem, weil wir uns schon im elften Monat des Jahres befanden.
Das war in der Vergangenheit immer der ungünstigste Monat, um eine Convention zu organisieren, weshalb wir uns sonst auf den Oktober geeinigt hatten. Dieses Mal mussten wir den Termin jedoch möglichst spät im Jahr ansetzen, wenn die Veranstaltung überhaupt stattfinden sollte. Wir sind froh, dass es geklappt hat!
Dieses Mal war irgendwie alles anders. Aufgrund der Corona-Situation konnten wir am Freitagabend nicht in der Halle aufbauen. Wir wurden von einer Gesellschaft überrascht, die die Schützenhalle seit einiger Zeit alle 14 Tage nutzte, um dort einen Kneipenbetrieb zu ermöglichen. Da die Kneipe im Ort Corona nicht überlebt hatte, hatten sich beide Gesellschaften auf diese Lösung geeinigt. Mir war das nicht bewusst, da ich seit Corona hinterm Mond lebte, und dementsprechend fiel ich aus allen Wolken.
Lange Gesichter machten sich breit. Schaffen wir das am Samstagmorgen? Werden wir zwischen 8 und 11 Uhr mit allem fertig? Wir mussten es versuchen. Mehr Schlaf wollte ich auch nicht opfern; schließlich sollte es ein langer Samstag werden.
Was mir besonders in Erinnerung blieb
Von ausgefallener Retro-Hardware bis zu einem völlig überraschenden Geschenk: Diese Geschichten machten die 15. ClaViCon für mich besonders.
Ohne Internet
Letzten Endes haben wir es geschafft – allerdings auch deshalb, weil eine für uns sehr wichtige Sache nicht verfügbar war: DAS INTERNET! Die Flutkatastrophe war in Kuchenheim zwar nicht so deutlich zu spüren wie andernorts, dennoch war die Schützenhalle nicht ohne Schäden davongekommen.
Daher waren weder der Aufbau des Livestreams in der Halle noch die Nutzung von Classic Videogames RADIO als Hintergrundbeschallung möglich. Das ersparte uns am Ende doch eine ganze Menge Arbeit.
Vectrex und Virtual Boy
Den Vectrex und den Virtual Boy hatte ich zum Ausstellen mitgenommen und ebenfalls schon zwei Jahre lang nicht mehr benutzt. Für mich ist es jedes Mal ein spannender Moment, diese Geräte einzuschalten – vor allem beim Vectrex.
Als Problem stellte sich allerdings nicht das 41 Jahre alte Bildröhrengerät heraus, sondern der damals gerade einmal 26 Jahre alte Virtual Boy. Das Stereoskop meldete sich mit Grafikfehlern und Bildaussetzern auf dem linken Auge. In Gedanken plante ich bereits, einen entsprechenden Bastler zu kontaktieren. Interessanterweise verschwanden die Fehler jedoch langsam, je länger das Gerät eingeschaltet war.
Kelles LED-Panel
Zu den Highlights der 15. Convention gehörte für mich unter anderem Kellenmeisters LED-Panel, das mit einem Raspberry Pi lief und diese schönen GIF-Animationen abspielte. Ein Hingucker für jedes Mancave!
Den ganzen Tag kann man darauf schauen und entdeckt immer wieder etwas anderes. Rund um diese LED-Panels hat sich eine ganz eigene Szene entwickelt, die speziell dafür passende GIF-Animationen erstellt.
Super Video Arcade
Erwähnenswert ist auch die Spielekonsole, die Intymike mitbrachte: die mir bis dahin völlig unbekannte Super Video Arcade von Sears. Sears ist in den USA eine große Einzelhandelskette, die ebenfalls etwas vom Videospielkuchen abhaben wollte und 1981/82 einen Vertrag mit Mattel abschloss.
Mattel sollte das Intellivision für Sears mit einem neuen Konsolengehäuse und einem neuen Namen auf den Markt bringen. Sogar Spiele erschienen mit dem Logo des Einzelhändlers. Im Inneren der neuen Hülle steckte jedoch eine ganz normale Intellivision-Platine, die natürlich auch mit dem Intellivision BASIC und dem Intellivoice kompatibel war. So entstand für Kunden, die vornehmlich bei Sears kauften, eine vermeintlich exklusive Konsole. Irgendwie typisch für die Videospielbranche Anfang der 80er-Jahre …
Bomberman für zehn Spieler
Oliver hatte ebenfalls etwas mitgebracht, das ich zuvor noch nie gesehen hatte: einen japanischen Sega Saturn mit zwei Bomberman-Multitaps, die gemeinsam ein Spiel mit zehn Personen ermöglichen. Die Adapter und die Controller im passenden Bomberman-Stil fand ich dabei sehr putzig! 😉
Dreamcast ohne Laufwerk
Auch Carsten hatte etwas Neues aufgestellt: eine Dreamcast ohne GD-ROM-Laufwerk. Das war für mich bei Segas 128-Bit-Konsole ebenfalls neu. Anstelle des Lasers sitzt eine SD-Karten-Einheit, von der die Spiele geladen werden können.
Hinzu kommt ein kompletter Umbau der Bildausgabe, der über HDMI Auflösungen bis zu 1080p ermöglicht. Die gemoddete Dreamcast konnte man damals fertig bei Bitfunx bestellen. Zum Set gehörten außerdem zwei Dreamcast-Controller, eine 128-GB-SD-Karte und eine Memory Card.
Dottie Dreads Nought
Wanderer64 hatte nicht nur New Super Mario Land im Gepäck. Er war unter anderem Teilnehmer des SNESDEV Game Jam 2021, bei dem er innerhalb kurzer Zeit und nach bestimmten Spielregeln ein Spiel für das Super NES entwickeln sollte.
Dottie Dreads Nought heißt es. Ich fand großartig, was ich dort sah, und bat ihn, das Spiel zu Ende zu bringen. Ich bin gespannt, ob er es tatsächlich macht. 😉
New Super Mario Land – eine besondere Überraschung
Zum guten Schluss gesellte sich noch Wanderer64, also Matthias, dazu. Leider kam er recht spät, setzte der Convention aus meiner Sicht aber noch die Krone auf. Bepackt war er mit einer schweren Sony-Röhre, einem Super Nintendo und einer Kiste voller Module, Lightgun, 3D-Shutterbrille und Controller-Multitap.
Ich ging an seinem Stand vorbei und sah auf dem Bildschirm das Titelbild von New Super Mario Land, das über ein weißes Modul auf dem Super NES lief. Davor saßen vier Personen, die allesamt munter durch das Leveldesign von Super Mario Land hopsten, obwohl es optisch wie New Super Mario Bros. auf dem Nintendo DS oder später der Wii aussah.
Es war sicher schon zwei Jahre her, dass ich diesen Homebrew-Titel zum ersten Mal auf YouTube gesehen hatte. Wir hatten auch einmal in einer unserer Livesendungen darüber gesprochen. Im Laufe des Abends wurde mir jedoch klar, dass Matthias der Entwickler des Spiels war. Er hatte viel über die Entwicklung zu erzählen – und zack, schon war wieder eine Stunde vergangen. Es näherte sich Mitternacht.
Dann drückte er mir ein weißes Super-NES-Modul in die Hand: „Ich habe eure Livesendung gesehen, in der du mit Dennis Super Mario Land auf dem Game Boy gespielt hast! Es war eine Wonne, euch dabei zuzusehen.“
Er hatte recht: Es war gefühlt eine unserer schönsten Sendungen. Vielleicht lag es auch daran, dass man mit Super Mario Land viele Kindheitserinnerungen verbindet. „Ich hoffe, du nimmst es an. Du bist der Organisator dieser Convention, und ich würde dir gern dieses Modul schenken, auf dem New Super Mario Land gespeichert ist. Ich wette, dass es genau beim Richtigen landet!“
Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, musste nur breit grinsen und bekam kein Wort heraus. „Es würde mir echt am Herzen liegen! Ich habe einmal in Japan 30 dieser wiederbeschreibbaren Module gekauft, die es zu SNES-Zeiten tatsächlich nur in Japan und offiziell von Nintendo gab. Gedacht waren die Cartridges dafür, sie in Geschäften an speziellen Automaten gegen Geld mit Software beschreiben zu lassen. Vielleicht war das schon als Vorläufer des heutigen E-Shops zu sehen.“
„Ich würde dir gern eines dieser Module überlassen. Da ich New Super Mario Land aus rechtlichen Gründen nicht im Internet veröffentlichen darf, hatte ich die Idee mit den beschreibbaren Modulen, um sie bei passender Gelegenheit zu verteilen.“ Herzlichen Dank noch einmal an Matthias! Ich weiß das sehr zu schätzen!
3D-Shutterbrille für das Super NES
Matthias zeigte uns eine weitere Kuriosität, die man so nicht einfach kaufen konnte – zumindest nicht in dieser Form. Zu SNES-Zeiten gab es keine 3D-Shutterbrille für die Konsole. Wer jedoch ein gewiefter Bastler war, konnte die 3D-Brille des NES zu einer Super-NES-3D-Brille umbauen. Dafür musste lediglich der Stecker am Kabel entsprechend von NES auf SNES umgelötet werden.
Das funktioniert wirklich! Aber warum geht das, und wie lässt es sich testen? Es gibt doch gar kein Spiel für das Super NES mit einer 3D-Funktion? Doch, das gibt es: In Hyper Zone lässt sich über einen Cheat ein Flackermodus freischalten, der mit der Shutterbrille zusammenarbeitet.
Aber wozu das Ganze, wenn es offiziell gar keine Shutterbrille für das Super NES gab? Vielleicht hatte Halken, das spätere HAL, als Hersteller von Hyper Zone gemeinsam mit Nintendo etwas in dieser Richtung geplant, das nie zustande kam. Der einzige Hinweis darauf ist der versteckte Flackermodus in Hyper Zone.
Die 15. ClaViCon in Bildern
Die Aufnahmen bleiben in ihrer zeitlichen Reihenfolge. Klickt auf ein Foto, um es in seiner großen Ansicht zu öffnen.
Vielen Dank, dass ihr da wart!
Natürlich gab es auch noch viele andere tolle Gäste und schöne Gespräche. Ich hoffe, dass wir uns im nächsten Jahr alle gesund und munter wiedersehen. Vielen Dank, dass ihr da wart, und bis bald!


























