Lange Nacht der Computerspiele 2013: Wenn eine Hochschule zur Spielhalle wird
Am 4. Mai 2013 führte uns Classic Videogames ON TOUR zur siebten Langen Nacht der Computerspiele nach Leipzig. Für einen Abend verwandelten sich Räume und Gänge der HTWK in ein ungewöhnliches Spielefestival: Historische Heimcomputer standen neben modernen PCs, Studentenprojekten, Robotern, Brettspielen und selbst gebauten Spielstationen.
Unser 55-minütiger Videorundgang bewahrt diese besondere Mischung. Die Veranstaltung blickte zurück auf die Geschichte der Computer- und Videospiele, zeigte zugleich neue Ideen und brachte Menschen zusammen, die Spiele nicht nur konsumieren, sondern sammeln, erforschen, entwickeln und gemeinsam erleben.
Eine ganze Nacht im Zeichen der Spielekultur
Von 16 Uhr bis ungefähr 3 Uhr morgens konnte an der HTWK Leipzig gespielt, ausprobiert, diskutiert und gefachsimpelt werden – bei freiem Eintritt.
Schon der Umfang unterschied die Lange Nacht der Computerspiele von einem gewöhnlichen Retrotreffen. Mehr als hundert Spielstationen verteilten sich über die Hochschule. Rund sechzig PCs boten alte und damals aktuelle Spiele, während mehr als fünfzig klassische Systeme die Geschichte der Computer- und Videospiele spielbar machten. C64, Amiga und Super Nintendo waren dabei nur einige der bekannten Namen.
Unser Video nimmt sich viel Zeit für diese Vielfalt. Statt eines kurzen Zusammenschnitts entstand ein ausgedehnter Rundgang durch die Veranstaltung. Rechner, Konsolen und Arcade-Technik werden nicht als stille Museumsstücke gezeigt, sondern im Betrieb – umringt von Besuchern, die spielen, Fragen stellen und sich gegenseitig etwas erklären.
Besonders reizvoll war der Kontrast zwischen den Generationen. Historische Geräte und Vitrinen voller Spielegeschichte standen neben studentischen Entwicklungen, Hardware-Basteleien und modernen Multiplayer-Plätzen. So wurde aus der Rückschau zugleich ein Blick darauf, wie sich Spielen, Technik und gemeinschaftliche Medienkultur weiterentwickelten.
Ein erhaltenes Zeitdokument: Der frühere Seitenbeitrag bestand zuletzt nur noch aus dem Video. Für diesen neuen Bericht wurden die eindeutig belegten Veranstaltungsdaten mit der offiziellen Chronik der HTWK, erhaltenen Bildern und zeitgenössischen Programmankündigungen abgeglichen.
Wie die Lange Nacht entstand
Die Verbindung von Hochschule, Spieleszene und spielbarer Computergeschichte gehörte von Anfang an zum Konzept.
Die erste Lange Nacht der Computerspiele fand 2007 an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig statt. Sie entstand im Umfeld einer Vorlesungsreihe, die Computerspiele nicht nur als Unterhaltung betrachtete, sondern auch ihre technischen, kulturellen und gesellschaftlichen Seiten beleuchtete.
Auf Hochschulseite war Professor Klaus Bastian lange für die technische Umsetzung prägend. Der Spielejournalist und Sammler René Meyer brachte mit der Schreibfabrik und dem späteren „Haus der Computerspiele“ umfangreiche historische Technik sowie Kontakte in die Szene ein. Private Sammler, Vereine, Studierende und Entwickler machten aus dem akademischen Ausgangspunkt Schritt für Schritt ein offenes Spielefest.
Nachdem die Games Convention Leipzig verlassen hatte, gewann die Spielenacht als Treffpunkt der regionalen und überregionalen Spieleszene weiter an Bedeutung. Die siebte Ausgabe im Jahr 2013 zeigt bereits sehr deutlich das spätere Erfolgsrezept: Retrogaming blieb ein Herzstück, wurde aber mit Robotik, aktueller Software, Vorträgen, Werkstätten und analogen Spielen verbunden.
Die erste Spielenacht entsteht aus einer Vorlesungsreihe an der HTWK Leipzig und richtet sich zunächst vor allem an Studierende.
Die siebte Ausgabe bietet bereits über hundert Spielstationen und ein Programm weit über Retrogaming hinaus.
Die Veranstaltung wächst über mehrere Etagen und entwickelt sich zu einem der großen deutschen Treffen für Spielekultur und Retrocomputing.
Mehr als nur Computer spielen
Der Name „Lange Nacht der Computerspiele“ beschreibt nur einen Teil dessen, was Besucher am 4. Mai erleben konnten.
Spielbare Retro-Ausstellung
Mehr als fünfzig klassische Systeme zeichneten viele Jahrzehnte Spielegeschichte nach. Heimcomputer und Konsolen konnten nicht nur betrachtet, sondern direkt ausprobiert werden.
PCs und Studentenprojekte
Rund sechzig Computer verbanden ältere und damals aktuelle Spiele. Dazu kamen Projekte von Studierenden, die zeigten, woran an der Hochschule entwickelt und geforscht wurde.
Roboterfußball
Die Fußballroboter der HTWK gehörten zu den auffälligsten Programmpunkten. Sie verbanden Informatik, Forschung und spielerischen Wettbewerb auf besonders anschauliche Weise.
Basteln und Löten
Hardware-Basteleien und Lötkurse machten Technik begreifbar. Besucher konnten erleben, dass hinter Spielen nicht nur Software, sondern ebenso Elektronik und handwerkliche Arbeit stecken.
Analoges Spielen
Der Verein Spielraum L.E. brachte Brettspiele, Sammelkartenspiele und Rollenspiele mit. Viele davon schlugen eine direkte Brücke zu bekannten Computer- und Videospielwelten.
Rennsport und StreetPass
Ein Rennsimulator sorgte für körperliches Mittendrin-Gefühl. Beim StreetPass-Treffen konnten Nintendo-3DS-Besitzer Begegnungsdaten austauschen – 2013 ein besonders zeittypischer Programmpunkt.
Der passende Sound zur Nacht: Spielemusik, Remixe und 8-Bit-Tunes begleiteten die Veranstaltung. Vorträge und Diskussionen boten zusätzlich Gelegenheit, sich mit Spielen, ihrer Technik und ihrer kulturellen Bedeutung ausführlicher zu beschäftigen.
55 Minuten Lange Nacht der Computerspiele 2013
Unser Rundgang hält die spielbaren Systeme, ungewöhnlichen Aufbauten und die lebendige Atmosphäre dieses Abends für die ON-TOUR-Sammlung fest.
Mehr über die Leipziger Spielenacht
Die historischen Angaben wurden mit der offiziellen Veranstaltungsseite, Unterlagen der HTWK und erhaltenen Ankündigungen aus dem Jahr 2013 abgeglichen.
Offizielle Chronik 2013
Die Veranstaltungsseite dokumentiert die siebte Lange Nacht der Computerspiele mit einer erhaltenen Bildergalerie.
Chronik öffnen ↗Geschichte an der HTWK
Der Hochschulbeitrag zeichnet die Entwicklung von der Vorlesungsreihe bis zum großen Spiele- und Retrotreffen nach.
HTWK-Beitrag lesen ↗Die Spielenacht heute
Die offizielle Seite informiert über das aktuelle Konzept und bewahrt die Chronik der vergangenen Veranstaltungen.
Veranstaltungsseite besuchen ↗Zeitgenössische Ankündigung
Die Veranstaltungsankündigung von 2013 nennt Spielstationen, Retro-Systeme, StreetPass, Werkstätten und das analoge Programm.
Ankündigung öffnen ↗Spielegeschichte zum Anfassen
Die Lange Nacht der Computerspiele 2013 passte perfekt zu Classic Videogames ON TOUR. Sie behandelte alte Computer und Konsolen nicht als abgeschlossene Vergangenheit, sondern als lebendigen Teil einer viel größeren Spielekultur.
Zwischen Retro-Rechnern, Roboterfußball, Rennsimulator, Studentenprojekten und Brettspielen zeigte sich, wie vielseitig dieses Medium sein kann. Unser ausführlicher Film bewahrt einen Abend, an dem eine Hochschule zur Spielhalle, Werkstatt, Ausstellung und Begegnungsstätte zugleich wurde.
Euer Marco von Classic Videogames